Zeugnisverleihung der diesjährigen Abiturientinnen der Heimschule Kloster Wald

Im Anschluss an den Gottesdienst fand in der Turnhalle der Heimschule Kloster Wald die diesjährige Zeugnisverleihung statt. Den Abiturientinnen darf zu einem tollen Notenschnitt von 2,1 gratuliert werden; sechs Schülerinnen hatten dabei einen Durchschnitt bis 1,4, Iris Schaefer erreichte die sagenhafte Endnote von 1,0.
Nach einem schönen musikalischen Auftakt von Lisann Seeger (Klasse 12) sowie Angela Linné (Klasse 9a) am Klavier trat Schulleiterin Adelheid Linster ans Rednerpult. Sie nutzte das Abimotto „Abikini – knapp, aber passt schon" als thematischen Aufhänger, denn: Darin stecke durchaus viel Lebensweisheit. Ein gutes Pferd springt bekanntlich nur so hoch, wie es muss. Demgegenüber stehe der Perfektionismus, der der Schulleiterin zuhauf begegnet sei. Im Zeitalter der Selbstoptimierung – gesünder, aktiver, achtsamer, entspannter, ... - seien gut gemeinte Ratschläge eben immer noch Schläge, dem setze das Abimotto eine selbstbewusste Grundhaltung entgegen. Zum Schluss ihrer Rede äußerte Adelheid Linster den Wunsch an die Abiturientinnen, dass diese sich nicht vergleichen, stets den Drang nach Weiterentwicklung beibehalten und, in Anlehnung an das Abimotto, auch einmal sagen: „Für heute passt es." Mit Worten der Gratulation und des Danks für alle Personen, die die Mädchen auf ihren letzten Metern unterstützt haben, verließ sie die Bühne.
Nach einem Cello-Solo von Zoé Pfeifer (Klasse 12) sprachen dann im Namen der Eltern erst Ingrid Nicklas und danach Natalie Eras. Während erstere nach reichlich Glückwünschen für die Mädchen und einer Fülle von Lob an die Mitarbeitenden in Wald noch die Zeit nutzte, um einige besondere Errungenschaften der Stufe – unter anderem das Abbauen der Hürden zwischen internen und externen Mädchen und die Bildung einer eingeschweißten Gemeinschaft durch diverse Ausflüge – zu skizzieren und zum Schluss die Referenz zum bekannten „Stufen"-Gedicht von Hermann Hesse („Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe / Bereit zum Abschied sein und Neubeginne") erfolgte, sprach letztere zunächst vom „Walder Geist", der sich seit ihrer eigenen Schulzeit weiterentwickelt, aber nicht grundlegend verändert habe. Sie verspüre viel Dankbarkeit im Blick zurück auf die eigenen Erfahrungen und die ihrer Töchter in Wald. Das Wissen darum, welche Dielen im Internat knarzen, das Gefühl zu kennen, wie sich ein Leben in den Zimmern anfühle – dies wirke generationenverbindend und schaffe ein besonderes Erlebnis an der Heimschule. So sei es beileibe nicht immer einfach, kein „Hanni und Nanni", doch am Ende stünden tiefe Freundschafen, die ein Leben lang halten. Der finale Appell an die Abiturientinnen wirkte nach – sinngemäß: Greift nach den Sternen – und notfalls tröstet euch eine Walder Freundin, holt euch unsanft auf den Boden der Tatsachen zurück oder fährt euch ins Krankenhaus.
Zum Abschluss und vor der Ausgabe der Abiturzeugnisse traten im Namen der Abiturientinnen selbst die Schülerinnen Elisa Bianchini und Lioba von Wiedersperg ans Rednerpult. Zusammen umrissen sie wichtige Etappen ihrer Schulkarriere, darunter – „kurz bevor wir verantwortungsbewusste Oberstufenschülerinnen wurden" – die Berlinfahrt am Ende der 9. Klasse und die legendäre Opernfahrt nach Stuttgart in der 10. Klasse (inklusive Unkraut jäten mit den Hausmeistern). In Klasse 11 stand natürlich die Pragfahrt im Zentrum, während die diesjährige Klassenstufe vor allem im Zeichen der Abschlussprüfungen stand. Jetzt richte sich der Blick erstmals zurück. Voll des Danks an alle, die das Schulleben ermöglicht haben, schlossen die beiden Schülerinnen ihre Rede mit den Worten: „Wald ist Zuhause!" Sie würden sich jetzt schon aufs Wiedersehen freuen. Und was das Abimotto betrifft: Jetzt gehe es vor allem um's Ausruhen, Baden, Zeit an den hiesigen Seen und Freibädern verbringen - Abikini eben!
Es sei ihnen von größtem Herzen gegönnt.
Text: André Kiefer
Fotos: Irina Hafner
