Logo Klosterwald Menü Außenansicht mit See – Kloster Wald – Gymnasium – Intenat – Lehrwerkstätten
14.10.2026

Marie-Agnes Strack-Zimmermann kehrt an ihre ehemalige Schule zurück

Die prominente FDP-Politikerin und Europaabgeordnete Dr. Marie­-Agnes Strack-Zimmermann ist am 9. Oktober an den Ort ihrer Jugend zu­rückgekehrt. In der Turnhalle der Heim­schule Kloster Wald sprach die ehemali­ge Schülerin vor Schülerinnen, Lehr­kräften, Altschülerinnen und geladenen Gästen über ein Thema, das aktueller kaum sein könnte: ,,Die Zukunft Euro­pas in herausfordernden Zeiten". Schul­leiterin Heidi Linster betonte, dass es ihr eine außergewöhnliche Ehre sei, eine so starke Stimme der eurupäischen Politik wieder in den Mauem des Klosters Wald willkommen zu heißen. Strack-Zimmermann, die das Mäd­cheninternat in Wald in den 1970er Jah­ren besuchte, betonte in ihrer Begrü­ßungsrede die tiefe Verbundenheit zu ihrer ehemaligen Schule. Für die leiden­schaftliche Außen- und Sicherheitspoli­tikerin war der Auftritt weit mehr als ein politischer Pflichttermin- für die gebür­tige Düsseldorferin war es eine emotio­nale Heimkehr an ihre einstige Wir­kungsstätte. Absolventinnen der Heim­schule Kloster Wald bezeichnen sich selbst als „Urwälderinnen". ,,Diese Jahre in Wald haben mich maßgeblich ge­prägt", blickte die Politikerin zurück. Die Benediktinerinnen und das Lehrer­kollegium hätten stets das Ziel verfolgt, aus jungen Mädchen selhstbewusste, eigenständige Frauen zu machen. Die­ses Fundament habe ihr auch oft in der Politik in Berlin und Brüssel geholfen, wo ein rauer Wind weht.

Inhaltlich schlug Strack-Zimmer­mann von den eigenen Erinnerungen zur großen Weltpolitik. ln ihrem pa­ckenden Impulsvortrag analysierte sie die geopolitischen Herausforderungen, vor denen die Europäische Union ge­genwärtig steht. Angesichts globaler Krisen, wirtschaftlicher Umbrüche und sicherheitspolitischer Bedrohungen for­derte sie ein geeintes und wehrhaftes Europa. ,,Europa ist kein Selbstläufer. Es ist ein Friedensprojekt, das wir jeden Tag aufs Neue verteidigen und gestalten müssen", sagte sie gegenüber den Zu­hörern. lhre Entschlossenheit ist nicht gespielt. ,,Ich bin davon überzeugt, dass wir es gemeinsam schaffen können, un­seren Kontinent zu beschützen." Beson­ders an die jungen Schülerinnen im Pu­blikum gewandt, betonte sie, wie wich­tig es sei, sich eine eigene Meinung zu bilden, demokratische Werte zu vertei­digen und Verantwonung zu überneh­men, ,,Jhr seid diejenigen, die dieses Projekt weiterdenken und schützen müssen". Auf die Frage einer Schülerin, wie sie über das Wahlprogramm der AfD denkt, äußerte sie sich mit deutli­chen und scharfen Worten und warnte vor den politischen Zielen und der Aus­richtung dieser Partei. ,,Wer die AfD heute noch als harmlose Protestpartei oder als bürgerliche Alternative ver­harmlost, verschließt bewusst die Au­gen vor der Realität". Sie argumentiert weiter, dass die AfD keine Lösungen für die komplexen Herausforderungen un­seres Landes bietet. Ihr einziges Ge­schäftsmodell ist die Angst und das ge­zielte Schüren von Neid. Ihrer Meinung nach hilft gegen diesen Frontalangriff kein Jammern, sondern nur politische Härte und Klarheit. Die anschließende, von der Lehrerin Judith Hermann moderierte Diskussi­onsrunde entwickelte sich zu einem leb­haften Dialog. Die Schülerinnen nutzen die Gelegenheit, um der erfahrenen Po­litikerin vorwiegend kritische Fragen zu stellen. Die Themenpalette reichte von der europäischen Verteidigungsstrate­gie über die Wahlprogramme der Par­teien bis hin zu der Frage, wie Frauen in Führungspositionen in Politik und Wirt­schaft gestärkt werden können. Strack­-Zimmermann zeigte sich sichtlich be­eindruckt vom Niveau der Debatte und freute sich über das politische Interesse der jungen Frauen. Strack-Zimmer­mann zeigte sich nahbar und gab den Jugendlichen wertvolle Ratschläge für ihren eigenen Lebensweg mit.

Text: Tanja Japs, Südkurier 14.10.26

Bild: Carolin Veeser

 

zurück
powered by webEdition CMS