Marie-Agnes Strack-Zimmermann kehrt an ihre ehemalige Schule zurück

Die prominente FDP-Politikerin und Europaabgeordnete Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann ist am 9. Oktober an den Ort ihrer Jugend zurückgekehrt. In der Turnhalle der Heimschule Kloster Wald sprach die ehemalige Schülerin vor Schülerinnen, Lehrkräften, Altschülerinnen und geladenen Gästen über ein Thema, das aktueller kaum sein könnte: ,,Die Zukunft Europas in herausfordernden Zeiten". Schulleiterin Heidi Linster betonte, dass es ihr eine außergewöhnliche Ehre sei, eine so starke Stimme der eurupäischen Politik wieder in den Mauem des Klosters Wald willkommen zu heißen. Strack-Zimmermann, die das Mädcheninternat in Wald in den 1970er Jahren besuchte, betonte in ihrer Begrüßungsrede die tiefe Verbundenheit zu ihrer ehemaligen Schule. Für die leidenschaftliche Außen- und Sicherheitspolitikerin war der Auftritt weit mehr als ein politischer Pflichttermin- für die gebürtige Düsseldorferin war es eine emotionale Heimkehr an ihre einstige Wirkungsstätte. Absolventinnen der Heimschule Kloster Wald bezeichnen sich selbst als „Urwälderinnen". ,,Diese Jahre in Wald haben mich maßgeblich geprägt", blickte die Politikerin zurück. Die Benediktinerinnen und das Lehrerkollegium hätten stets das Ziel verfolgt, aus jungen Mädchen selhstbewusste, eigenständige Frauen zu machen. Dieses Fundament habe ihr auch oft in der Politik in Berlin und Brüssel geholfen, wo ein rauer Wind weht.
Inhaltlich schlug Strack-Zimmermann von den eigenen Erinnerungen zur großen Weltpolitik. ln ihrem packenden Impulsvortrag analysierte sie die geopolitischen Herausforderungen, vor denen die Europäische Union gegenwärtig steht. Angesichts globaler Krisen, wirtschaftlicher Umbrüche und sicherheitspolitischer Bedrohungen forderte sie ein geeintes und wehrhaftes Europa. ,,Europa ist kein Selbstläufer. Es ist ein Friedensprojekt, das wir jeden Tag aufs Neue verteidigen und gestalten müssen", sagte sie gegenüber den Zuhörern. lhre Entschlossenheit ist nicht gespielt. ,,Ich bin davon überzeugt, dass wir es gemeinsam schaffen können, unseren Kontinent zu beschützen." Besonders an die jungen Schülerinnen im Publikum gewandt, betonte sie, wie wichtig es sei, sich eine eigene Meinung zu bilden, demokratische Werte zu verteidigen und Verantwonung zu übernehmen, ,,Jhr seid diejenigen, die dieses Projekt weiterdenken und schützen müssen". Auf die Frage einer Schülerin, wie sie über das Wahlprogramm der AfD denkt, äußerte sie sich mit deutlichen und scharfen Worten und warnte vor den politischen Zielen und der Ausrichtung dieser Partei. ,,Wer die AfD heute noch als harmlose Protestpartei oder als bürgerliche Alternative verharmlost, verschließt bewusst die Augen vor der Realität". Sie argumentiert weiter, dass die AfD keine Lösungen für die komplexen Herausforderungen unseres Landes bietet. Ihr einziges Geschäftsmodell ist die Angst und das gezielte Schüren von Neid. Ihrer Meinung nach hilft gegen diesen Frontalangriff kein Jammern, sondern nur politische Härte und Klarheit. Die anschließende, von der Lehrerin Judith Hermann moderierte Diskussionsrunde entwickelte sich zu einem lebhaften Dialog. Die Schülerinnen nutzen die Gelegenheit, um der erfahrenen Politikerin vorwiegend kritische Fragen zu stellen. Die Themenpalette reichte von der europäischen Verteidigungsstrategie über die Wahlprogramme der Parteien bis hin zu der Frage, wie Frauen in Führungspositionen in Politik und Wirtschaft gestärkt werden können. Strack-Zimmermann zeigte sich sichtlich beeindruckt vom Niveau der Debatte und freute sich über das politische Interesse der jungen Frauen. Strack-Zimmermann zeigte sich nahbar und gab den Jugendlichen wertvolle Ratschläge für ihren eigenen Lebensweg mit.
Text: Tanja Japs, Südkurier 14.10.26
Bild: Carolin Veeser
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