|
Das Kloster Wald wurde 1212 von
Burkard von Weckenstein als Zisterzienserinnenkloster gegründet.
Aus dem Mittelalter sind der romanische und der gotische Teil
des Kreuzgangs erhalten, der Kapitelsaal und der „Jennerflügel“.
1698 ließ die Äbtissin Jakobe v. Bodman die Klosterkirche
im barocken Stil neu bauen. In den Jahren 1721–1727 errichtete
die Äbtissin Antonia v. Falkenstein den großen barocken
Klosterkomplex im Westen und Norden der Anlage. 1806 wurde die
Abtei im Zuge der Säkularisierung aufgehoben und diente
als „Amt Wald“ im Besitz der Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen
verschiedenen Aufgaben.
Statue der Hl. Lioba im Jenner. Sie wurde von Cläre Pietsch 1955 aus einer Eichenschwelle des alten Klosters gestaltet.
Nach dem 2. Weltkrieg, im Jahr 1946, gründeten Benediktinerinnen
von der hl. Lioba aus Freiburg in frei werdenden Gebäudeteilen
die „Heimschule Kloster Wald“, eine Mädchenschule
mit Internat im christlichen Geist. Die Schwestern sorgten dafür,
dass die Klosteranlage instand gehalten wurde. Durch Renovierungsmaßnahmen
wurde im Laufe der Jahre Altes wieder hergestellt; der Raumbedarf
einer modernen Schule konnte nach und nach in die historischen
Gebäude integriert werden. 1994 übergab die Kongregation der Benediktinnerinnen von der hl. Lioba die Trägerschaft der Heimschule Kloster Wald an die Schulstiftung der Erzdiözese Freiburg.
Die Geschichte des alten Hauses prägt heute noch die Atmosphäre
der Gebäude, in denen verwinkelte, von Balken getragene
mittelalterliche Räume mit hellen barocken Sälen abwechseln,
dunkle Gänge mit weiten herrschaftlichen Treppenhäusern,
geschwungene Gewölbe mit Stuckdecken in den Klassenräumen.
Das Haus ist nicht nach einem konsequenten Plan erbaut worden,
sondern hat sich nach den jeweiligen Erfordernissen und Möglichkeiten
der Zeit erweitert, dadurch entstand eine gewachsene Einheit
in der Vielfalt der Stilelemente. Auf die jungen Menschen der
heutigen Zeit, die von Beton- und Glaskombinationen ermüdet
sind, wirkt das alte Kloster gemütlich, familiär und
heimelig. Es wird nicht aller Wohnkomfort geboten, dafür
aber erlebt der Mensch sichtbar gewordene Tradition, Kultur und
Geschichte und es bildet sich ein Gespür für das Echte
und Beständige.

|