Mit dem Gesellenbrief konnten sieben strahlende junge Frauen ihre Handwerksausbildung an der Heimschule Kloster Wald beenden. Alessa Brossmer (Bruckfelden) und Elisabeth Fugmann (Stockach) sind „frischgebackene“ Holzbildhauer-Gesellinnen. Auch alle fünf Schreiner-Lehrlinge bestanden die Gesellenprüfung: Nina Bathke (Salem), Annette Munck (Überlingen), Sarah Nowak (Ostrach), Antonia Schima (Herdwangen) und Melanie Schmieder (Heiligenberg).
Der gotische Jenner-Saal mit seiner besonderen Atmosphäre bildete den würdigen Rahmen für die Lossprechungsfeier am vergangenen Samstag. Nach der Begrüßung durch Diana Kempf, der neuen Leiterin der Lehrwerkstätten, wandte sich ihre Vorgängerin Sr. Michaele direkt an die jungen Gesellinnen. Sie führte aus, dass die Heimschule Kloster Wald ein sinnvolles Gegenprogramm zur „Unkultur der grenzenlosen Unterhaltung“ biete. Für die parallel zum schulischen Unterricht verlaufende handwerkliche Ausbildung müssten die Mädchen große Konzentration aufbringen, innere Ruhe, Disziplin und Genauigkeit. Außerdem hatten die Mädchen laut Sr. Michaele das Glück, in einem guten Team arbeiten zu dürfen. Die Aussage einer Mutter bestätigte diese Vorzüge der Lehre. Bei der Besichtigung der Gesellenstücke verriet sie: „Meine Tochter ging immer sehr gerne zur Schule. Aber erst durch die handwerkliche Ausbildung wurde sie richtig ausgeglichen.“
Der Präsident der Handwerkskammer Reutlingen, Joachim Möhrle, ging in seinem Grußwort auf die aktuelle Krise ein. Er sei jedoch überzeugt, dass die Gesellinnen gut für das Leben gerüstet seien. Seiner Ansicht nach tragen Krisenzeiten dazu bei, dass man sich wieder mehr auf das Wesentliche besinnt. In diesem Sinne riet er den Gesellinnen: „Seien Sie optimistisch!“
August Dannegger, Kreishandwerksmeister aus Sigmaringen, beglückwünschte die „Jung-Gesellinnen“ und empfahl ihnen, das in Schule und Lehre Erreichte weiterzuentwickeln und weiterzugeben.
Es folgte der Höhepunkt der Lossprechungsfeier: August Dannegger und Obermeister Heribert Straub gaben an die fünf jungen Schreinerinnen die Gesellenprüfungszeugnisse aus. Landesinnungsmeister Helmut Kubitschek und
Holzbildhauermeisterin Ingrid Schwander verliehen den Holzbildhauerinnen die Gesellenbriefe. Kubitschek nützte die Gelegenheit, auf den Erfolg von Anna Ziegler hinzuweisen: Sie hatte im vergangenen Jahr ihre Holzbildhauer-Lehre an der Heimschule beendet und wurde anschließend Landessiegerin in Baden-Württemberg. Aber auch unter den diesjährigen Absolventinnen sind große Talente. Für sehr gute Leistungen wurden Antonia Schima, Melanie Schmieder, Alessa Brossmer und Elisabeth Fugmann geehrt.
Werkstättenleiterin Kempf und Obermeister Straub ehrten anschließend den Prüfungsvorsitzenden Glaser, der 30 Jahre lang an der Heimschule die Schreinerprüfung abnahm und in dieser Zeit viele wichtige Impulse gab. Als sein Nachfolger wurde Helmut Schäfer, Schreinermeister aus Hohentengen, vorgestellt.
Für den Förderverein der Heimschule, der die handwerkliche Ausbildung finanziell unterstützt, sprach Josef Baader. Mit ihren Dankesworten verbanden Annette Munck und Alessa Brossmer einen humorvollen Rückblick auf die Lehrzeit. Doch sie blicken auch zuversichtlich nach vorn: „Es ist an der Zeit, einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen.“
Martin Herr (Klavier), Saskia Mayerhöfer (Querflöte), Lena Hofert (Violine) und Sophia Templer (Mezzosopran) sorgten für die musikalische Umrahmung der Lossprechungsfeier.
Im Anschluss führten die Gesellinnen im Konventsaal ihre Gesellenstücke vor.
Judith Hermann
mit Bildern ...
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